Donnerstag, 14. November 2013

Tutorial: Patch-Dreieckstuch

Heute nimm ich euch mit auf meine Nährunde und zeige euch, wie ich ein ganz einfaches gepatchtes Dreieckstuch genäht habe. Es eignet sich super, um Stoffreste zu verwenden oder - wie ich es gemacht habe - um Stoffschätze, die ich nicht ganz opfern ;-) möchte, teilweise zu verwenden.

Das Dreieckstuch eignet sich auch für Nähanfänger und kann ganz einfach mit jeder Haushaltsnähmaschine genäht werden.



Das Dreieckstuch aus dem Tutorial ist für das mittlere Freudenkind bestimmt - ganz leicht könnt ihr nach der Anleitung aber auch eines für euch selber nähen. Für Erwachsene empfiehlt sich die Größe 170cm x 100 - 80cm (die kurzen Seiten des Dreiecks), für Kinder entsprechend kleiner (lange Seite ca. 123 - 130 cm, kurze Seite ca. 75 cm).


Also, los gehts: 

Schritt 1: Stoffe und Bänder/Borten raussuchen




Hier habe ich für die Vorderseite Webstoffe ausgesucht und für die Rückseite einen weichen Jersey. Ihr könnt natürlich auch beide Seiten aus Webstoffen nähen oder für beide Seiten Jersey (wie beim lila-pinken Beispiel oben) verwenden.
Ich habe die Vorderseite gepatcht, die Rückseite habe ich aus einem Stück genommen.


 Schritt 2: Schnittmuster und Patchvorlage erstellen

 


Ihr zeichnet auf Papier/Schnittmusterpapier etc. euer Tuch in Originalgröße auf. Anschließend unterteilt ihr es, so wie ihr die Patches haben wollt. Da ich nicht so gut gerne so ganz genau patche, habe ich die Unterteilungen versetzt, so dass nicht Naht auf Naht passen muss ;-)
Jetzt noch die Teile nummerieren und wenn ihr mögt, die Stoffe darauf vermerken (dann wisst ihr gleich, welcher Stoff wo hingehört).

Am besten macht ihr jetzt noch ein zweites Schnittmuster (kopiert also das erste) - zum einen, um die Rückseite ohne puzzeln zuschneiden zu können und zum anderen für das nächste Dreieckstuch (sonst müsst ihr ja wieder ganz von vorne anfangen).


Schritt 3: Schnittmuster zerschneiden 

 



Dann zerschneidet ihr euer Schnittmuster entlang der Patchlinien. Am besten markiert ihr auf den Schnittteilen die obere Kante - dann kann nichts schief gehen beim Zuschneiden.

Schritt 4: Zuschneiden

 



Jetzt schneidet ihr alle Teile für das Dreiechstuch zu. Entscheidet euch vor dem Zuschneiden, wie rum ihr das Schnittmuster auflegen wollt - ich habe immer die Zahlen (also die Oberseite) nach oben gelegt. Wenn ihr das nicht macht, passt das Puzzle später nicht zusammen - also aufpassen. Ich spreche da aus Erfahrung ... alles schon vorgekommen ;-)
Beim Zuschneiden gebt ihr noch die Nahtzugabe zu (ca. 0,5-0,75 cm). 
Ihr seht, ich war beim Zuschneiden nicht sehr ordentlich, das macht aber nichts, da die Nahtzugabe ja später nicht zu sehen ist bzw. zurückgeschnitten werden kann.
Und ganz Ordentliche bügeln natürlich noch die Stoffe, bevor sie sie zuschneiden. Ich hebe mir das Bügeln für später auf ;-)

Und falls es noch nicht geschehen ist, schneidet ihr jetzt das Rückteil des Tuches mit Hilfe des nicht zerschnittenen Schnittteils zu (ebenfalls mit Nahtzugabe).


Schritt 5: Zusammensetzen



Jetzt legt ihr alle Stoffteile so nebeneinander, wie sie im fertigen Tuch auch platziert sein sollen. Voilá - die meiste Arbeit ist schon geschafft. Wenn das eine oder andere Teil etwas mehr Nahtzugabe hat als das andere, macht das nichts - das könnt ihr beim Nähen ausgleichen.

Wer auf einzelne Stoffstücke Bänder aufnähen möchte - dafür ist jetzt der richtige Zeitpunkt

Schritt 6: Zusammennähen



Ihr fangt an einem Ende an und näht die beiden nebeneinanderliegenden Stoffteile zusammen. Ich habe hier links (Draufsicht) angefangen. Da ich bügeln nicht leiden kann und es hier leider auch an Platz mangelt, Bügelbrett und - eisen aufgebaut zu lassen, habe ich immer noch nicht gebügelt. Es empfiehlt sich aber durchaus, die Stoffstücke zu bügeln und die Nähte ebenfalls. Ist die Nahtzugabe zu groß, schneidet ihr sie jetzt zurück. Aber nicht zu weit, immer noch mindestens 3 mm stehen lassen.

Und so sieht die erste Naht dann von der anderen Seite aus:




Jetzt legt ihr die ersten beiden aneinandergenähten Stücke zur Seite und nehmt euch das daran angrenzende Mittelteil vor. Hier näht ihr alle drei Teile aneinander. So sieht das bei mir aus. Ihr seht, das eine Stück ist etwas größer. Das macht aber nichts, das schneide ich gleich ab.


Dann nehmt ihr die beiden Teile, die die Ecke bilden und näht sie mit dem Mittelteil zusammen. Die Hälfte des Tuches ist schon fertig.



Mit den anderen Stücken verfahrt ihr genauso:
Jetzt die anderen Stücke, die das zweite Mittelteil bilden, aneinandernähen, dann das so entstandene Stück an das fast fertige Tuch und die restlichen zwei Stücke auch noch drannähen - und  - nahezu fertig!

Nun könnt ihr euch entscheiden: Entweder ihr steppt die Nähte knappkantig ab (gibt dem Tuch mehr Stand) oder ihr bügelt sie nur. Ich habe mich für letzteres entschieden, da ich gerne einen weichen Fall möchte und die Nähte nicht betonen will.

Wer noch Bänder über die Patches hinweg anbringen möchte - bitte jetzt.

Schritt 7: Oberseite und Unterseite zusammennähen und Borte anbringen

 


Wollt ihr eine Pompomborte, ein Paspelband oder eine Zackenlitze mitfassen, steckt sie gut fest, damit nichts beim Nähen verrutschen kann. Ihr könnt auch alle drei Lagen gleichzeitig mit feststecken, also Oberstoff, Borte und Unterstoff.
Jetzt näht ihr mit einem normalen Stich rundherum um das Tuch. Beginnt dabei an der Oberkante etwa ein Drittel von der Ecke entfernt.


Und ganz wichtig: Lasst eine Wendeöffnung beim Nähen. Sie muss nicht ganz so klein sein wie meine auf dem Bild, aber auch durch die Miniöffnung konnte ich das Tuch gut wenden.
Jetzt schneidet ihr ggf. die Nahtzugabe noc etwas zurück, v.a. an den Ecken.





Schritt 8: Tuch wenden, Ecken ausformen und Wendeöffnung schließen



Beim Nähen habe ich vergessen, vom Wenden ein Foto zu machen, aber das erklärt sich ja fast von selbst: Durch die Wendeöffnung wendet ihr das Tuch und formt die Ecken mit einem spitzen Gegenstand  schön aus.
Dann schließt ihr die Wendeöffnung. Entweder ihr steppt sie knappkantig von außen ab oder ihr schließt sie mit einem Handstich (z.B. Matrazenstich/Leiterstich).

Schritt 9: Freuen und stolz sein



Voilá - hier ist es, das fertige Dreieckstuch. War doch gar nicht so schwer, oder? Dann nichts wie ran an die Maschine bzw. die Stoffe und flugs ein paar für Weihnachten genäht - für die beste Freundin, die Nachbarin, das Tochterkind und, und und.

Ich wünsche euch gutes Gelingen und viel Spaß beim Nachnähen. Wenn ihr Fragen habt, dürft ihr die gerne über die Kommentarfunktion stellen. Ich bemühe mich, sie rasch zu beantworten.

Und wenn euch mein Tutorial gefallen hat, freue ich mich über Verlinkungen!

Edit: Und heute (13.11.) geht dieser Post noch zu Pulsinchens Linkparty der beliebtesten Posts.

Kommentare:

  1. Sehr schönes Tuch, toll erklärt und scheinbar auch schnell gemacht. Das merk ich mir direkt mal für Weihnachten ;)

    LG anna

    AntwortenLöschen
  2. Tolles Tuch! Gefällt mir sehr gut, deine Patch-Variante! Danke für deine Anleitung dazu :-)
    glg iva

    AntwortenLöschen
  3. So ein toller Bog und dieses Tuch probiere ich gleich morgen für mich aus !!! Lg Wiebke

    AntwortenLöschen
  4. Total schön! Ich verarbeite ja jedes Fizzerl zu Loops, aber ich glaub ich probier das nun mal so!

    AntwortenLöschen
  5. Superschöne Anleitung!
    Vielen Dank, dass du bei der enemenemeins Problemlöser Mitmach-Aktion dabei bist!

    Sonnige Grüße
    Pamela

    AntwortenLöschen

Hallo, schön, dass du meinen Blog besuchst! Ich freue mich über jeden Kommentar!